logo

Upcoming Exhibition

Kein Portrait. Keine Pornographie
Malerei von Lars Theuerkauff
14. Mai bis 25. Juni 2010

Cain Schulte Gallery Berlin zeigt in der Ausstellung ‘Kein Portrait. Keine Pornographie’ Arbeiten des Künstlers Lars Theuerkauff. Die Ausstellung wird mit einer Vernissage am 14. Mai um 19.00 Uhr eröffnet und läuft bis zum 25. Juni 2010.

“Wie ein Stein, den man in die Luft wirft, bevor er zurück auf die Erde fällt, muss ein Gemälde in seinem Stillstand lebendig sein.” Lars Theuerkauff verweist in diesen wenigen Worten auf die Essenz seines Schaffens, die in der Erkundung der Spannungsverhältnisse unseres Lebens wurzelt. Konsequent erforscht der Künstler das Feld zwischen Nähe und Ferne, Dunkelheit und Licht und – letztlich – Stillstand und Bewegung. Mit eindrücklicher Ästhetik und auf subtile, fast unmerkliche Weise verwischen seine Bilder die Grenzen zwischen diesen gegensätzlichen Polen.

Obwohl Theuerkauff mit dem visuellen Vokabular der Intimität spielt und die Nacktheit seiner Figuren offensiv erkundet, erschließt sich dem Betrachter ihre Welt nie ganz. Dort, wo die Figuren den Betrachter in eine Position an jener spannungsvollen Grenze zwischen Nähe und Voyeurismus zwingen, halten sie ihn auch seltsam fern und ziehen sich vor seinen Blicken in die Dunkelheit des Bildes zurück. Die Bilder entfalten dabei ihre eigene Dynamik und fordern uns auf, die sich so auftuenden Leerstellen selbst zu füllen. Mit seinen Schlüssen bleibt der Betrachter allein; die Figuren blicken herüber aus ihrer geheimnisvollen Welt, ohne sich je ganz mitteilen zu können oder zu wollen.

Auf diese Weise schafft Theuerkauff einen faszinierenden Kommentar zu den sich neu ordnenden Markierungen in den zwischenmenschlichen Beziehungen der medialen Epoche. Alte Sicherheiten versieht er dabei mit einem eindrucksvollen Fragezeichen. Intuitiv scheint Theuerkauff so eine neue Perspektive auf die Kategorien Nähe, Sensibilität, Begierde, Intimität und Leidenschaft zu eröffnen. Das Bild bleibt – einem Frame gleich – die intensive Momentaufnahme einer größeren Erzählung. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Bildkomposition und eine faszinierende malerische Technik, die der filmischen und fotografischen Ästhetik auf der Kinoleinwand sehr nahe kommt.

Die Bilder von Lars Theuerkauff bestehen aus vielen übereinander geschichteten Farbebenen und Lasuren, sowie winzigen Farbspritzern, die uns an die Transparenz des Films, die Körnung von Silbergelantineabzügen in der Fotografie und an Pixel in digitalen Bildern erinnern. Wie in einem fotografischen Augenblick entsteht eine Ambiguität von Fremdem und Vertrautem.

Lars Theuerkauff wurde 1968 in Lüneburg geboren und lebt als Maler, freier Drehbuchautor und Filmemacher in Berlin. Er absolvierte ein Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Robin Page und studierte Bildhauerei bei Cristina Iglesias. An der UdK Berlin besuchte er die Filmklasse von Heinz Emigholz.

Kopf 5

Lars TheuerKauff, Kopf 5 (Ausschnitt), Acrylic auf Leinwand, 40x50cm

   
San Francisco Berlin